Die anhaltende Schönwetterphase in den letzten Wochen hat unseren Ackerbohnen in die Karten gespielt. Vor allem machten die zu Beginn noch recht kleinen Pflanzen unserer Sortenvermehrung „Erschmatt“, einen grossen Wachstumsschub. Zudem stoppte das trockene und heisse Wetter den Befall von Brenn- und Schokoladenflecken, der zur Blüte die Bohnen infiziert.
Wie auch in den letzten Jahren erfreut uns die Sorte „Erschmatt“ mit Ihren zahlreichen Hülsenansätzen. Die Sorte ist vor allem dafür bekannt, dass ihre Hülsen im Vergleich zu den modernen Sorten sehr gross sind und dementsprechend auch grosse Kerne enthalten. Diese sind zurzeit noch grün, dass heisst sie müssen bis zur Ernte weiter reifen. Dennoch werden bereits jetzt zu Versuchszwecken einige Hülsen im grünen Stadium von Hand geerntet. Denn seit diesem Jahr führt der Verein Versuche dazu durch, ob sich Ackerbohnen auch grün geerntet, also wie Edamame, hinsichtlich Geschmack und Konsistenz für den Konsum eignen. Hierfür ist jedoch der richtige Erntezeitpunkt von Bedeutung, der durch regelmässig Handernte und Kochtest gefunden werden kann.
Nach dem Regen und feuchtem Wetter steigt wieder die Gefahr von Pilzinfektionen, die auch die Hülsen und somit das Erntegut befallen können. Die Bohnen sind dann nicht mehr für den Verzehr geeignet. Weiter kam durch den vergangen Sturm die grösste Schwäche der Erschmatt zum Vorschein. Durch den relativ hohen Wuchs und dadurch folgende schlechte Standfestigkeit knicken die Ackerbohnen bei Sturm sehr schnell um. Durch das Abknicken entstehen Verletzungen am Stängel durch die Krankheitserreger wie Pilze leichter eindringen können.

Durch den sehr hohen Wuchs der alten Sorte ist diese aufgrund mangelnder Standfestigkeit anfällig für starken Wind.

Im Vergleich:
Oben im Bild die "moderne" Sorte Tiffany mit deutlich kleineren Kernen.
Unten im Bild unsere alte Sorte Erschmatt, die sich durch ihre grossen Kerne auszeichnet.
